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27. November 2017
TOM e.V.

Wirtschaftsfaktor barrierefreier Tourismus

„Barrierefreiheit als Wirtschaftsfaktor“ lautet die Botschaft der diesjährigen größten bayerischen Fachtagung für Touristiker, die sich am 27. November 2017 in München dem Thema „Tourismus für Alle“ widmet. Denn von barrierefreien Angeboten auf Reisen profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung und Senioren, auch Familien mit Kleinkindern im Kinderwagen, Geschäftsreisende mit Rollkoffern und Sportler mit Verletzungen schätzen diesen Service.
„Barrierefreiheit bedeutet Komfort für Alle und wird im Tourismus zunehmend zum Qualitätsmerkmal“, resümiert Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in ihrer Rede und appelliert an die Branche, in diesem Bereich weiter voranzugehen: „Bayern hat hier schon viel erreicht, aber noch ist barrierefreies Reisen nicht der Standard. Gerade weil der demographische Wandel diese Entwicklung vorantreibt. Aktuell ist Barrierefreiheit bei touristischen Angeboten noch ein klarer Wettbewerbsvorteil. Die Akteure im Tourismus müssen jetzt handeln und die darin liegenden Chancen nutzen. So wird Bayern auch beim Reisen für Alle zum Tourismusland Nummer 1.“

Bayern ohne Barrieren

Im Zuge einer Anschubfinanzierung durch den Freistaat hat sich in den letzten zwei Jahren in Bayern bereits viel getan. Mit einem bundesweit einmaligen Projekt unterstützt die BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (by.TM) seit 2015 zehn bayerische Pilotdestinationen bei der Kennzeichnung von barrierefreien Urlaubsangeboten: In den Destinationen finden zu konkreten Urlaubsthemen wie Kultur, Natur, Aktiv oder Wellness einheitliche Erhebungen und Kennzeichnungen der Angebote entlang der gesamten touristischen Servicekette statt, die auch für Menschen mit Einschränkungen zugänglich sind. Damit werden vermarktbare Urlaubsinspirationen entwickelt, bei denen gleichzeitig die Stärken der Region im Vordergrund stehen. Vor Ort hat das Projekt erheblich zur Sensibilisierung und Zusammenarbeit der einzelnen Akteure beigetragen und das Thema Barrierefreiheit überhaupt erst auf deren Agenda gerückt. „Tourismusbetriebe und Gäste profitieren von der Netzwerkbildung der Beteiligten. Je mehr barrierefreie Angebote eine Destination hat, desto attraktiver ist das gesamte Reiseerlebnis für den Gast“, betont Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der by.TM, die Bedeutung der Zusammenarbeit in den Destinationen.
Um das barrierefreie touristische Angebot in Bayern weiterauszubauen, startet Staatsministerin Aigner auf dem Bayerischen Tourismustag 2017 einen Aufruf für zehn weitere bayerische Pilotdestinationen. Interessierte Regionen, die das Thema Barrierefreiheit langfristig bei sich verankern wollen, können sich ab dem 28. November 2017 bei der by.TM mit einem Grobkonzept zu konkreten Urlaubsthemen bewerben. Mit dem Zuschlag erhalten die zehn Regionen je ein Maßnahmenpaket im Wert von 10.000 Euro für die Umsetzung, die Betreuung der by.TM für den ganzen Prozess sowie Unterstützung bei der überregionalen Pressearbeit und Vermarktung. „Durch Projekte wie diese wollen wir in den nächsten fünf Jahren eine flächendeckende Zertifizierung der bayerischen Betriebe forcieren“, formuliert Wirtschaftsministerin Aigner ihr Ziel für die Entwicklung im Freistaat.
Grundlage für die Erhebung und Zertifizierung barrierefreier touristischer Angebote ist das bundesweit einheitliche Kennzeichnungssystem „Reisen für alle“, dessen Umsetzung die by.TM seit der Einführung durch den Freistaat in 2015 betreut. Mit dem Siegel „Reisen für alle – Geprüft. Verlässlich. Detailliert.“ geben mittlerweile zahlreiche bayerische Betriebe über Art und Grad ihrer Barrierefreiheit Auskunft und bieten verlässliche Informationen für potenzielle Gäste. Der Praktikerleitfaden „Tourismus für Alle“ der by.TM bietet zusätzlich wertvolle Orientierung und Informationen für die bayerische Tourismusindustrie.

Barrierefreies Reisen: fachliches Know-how und Best Practice

Zu den Rednern auf dem Bayerischen Tourismustag 2017 gehören neben Staatsministerin Ilse Aigner auch Saliya Kahawatte, Geschäftsführender Gesellschafter minusVisus GmbH, mit seiner Keynote „Die Gäste blind verstehen – mit allen Sinnen reisen“ sowie Dr. Kai Pagenkopf, Senior Consultant Neumann Consult, der in seinem Fachvortrag zum Thema „Chancen erkennen und nutzen – oder: Für wen machen wir das eigentlich?“ spricht. Harald Gmeiner, Vorstand Alpenregion Tegernsee Schliersee und Peter Schöttl, Präsident Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V., stehen als Best Practices Rede und Antwort.
Das Programm wird von einer Podiumsdiskussion abgerundet, bei der neben Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer auch Staatssekretär Johannes Hintersberger (Bayerisches Sozialministerium), die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer Christine Degenhart, die Beauftragte des Landkreises Ostallgäu für Menschen mit Behinderung Waltraud Joa, die Geschäftsführende Gesellschafterin des Bayerischen Hofes Innegrit Volkhardt sowie Friedrich König von der Schmalzmühle Röckingen über die Chancen des barrierefreien Reisens diskutieren.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.bayern.by/urlaub-fuer-alle

Statistiken: www.destatis.de

 

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