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25. Juni 2018
TOM e.V.

Deutsches Städte- & Kulturforum

Overtourism, Influencer Marketing, Datenschutz und neue Finanzierungsformen für Kultur und Tourismus – auf dem Programm des Deutschen Städte- und Kulturforum am 13. und 14. Juni in Bayreuth standen spannende Themen – die wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst:

Die FlämingSchmiede – ein Best-Practice-Beispiel, wie man kreative Projekte im Tourismus auf die Beine helfen kann:
Der Tourismusverband Fläming hat mit dem Crowdfunding-Wettbewerb FlämingSchmiede gleich vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

  • Der Wettbewerb war Finanzierungsschub
  • und Geburtshelfer für kreative Projekte
  • Vermarktungsinstrument für die Reiseregion
  • und Netzwerk in einem.

Ziel war es, so Geschäftsführer Daniel Sebastian Menzel, aus den Ideen der kreativen Menschen im Fläming touristische Erlebnisse zu machen und die Positionierung des Flämings als kreative Reiseregion zu stärken.

Die Gästekarte ist tot – es lebe die Gästekarte!

Noch vor fünf Jahren, so Klaus Schön, Leiter Tourismus Vertrieb AVS GmbH, wurden Gästekarten totgesagt. Doch die Karten rutschten als digitale Variante aufs Smartphone und wurden weiterentwickelt: Themencards wie die FamilienCard, die BauhausCard oder die WelterbeCard aber auch Regional-oder CityCards, wie bspw. die Weimar Card, kämen gut an bei Einheimischen und Gästen. Von einer Gästesteigerung durch die preisattraktiven Karte profitierten auch kleinere Kulturangebote abseits der Leuchttürme – nach dem Motto: wenn es schon inklusive ist, schaut man auch mal vorbei.

Auswirkung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf die Tourismusbranche


Rechtsanwalt David Oberbeck hat sich auf das Thema Datenschutz spezialisiert und nimmt die Angst vor dem DSGVO-Schrecken: Wer sich darum kümmere, die Datenschutzerklärung anzupassen, einen Datenschutzbeauftragten einsetze ein Verzeichnis von Datenverarbeitungstätigkeiten anlege, die Auftragsverarbeitungsverhältnisse mit Dienstleistern checke und überprüfe, ob Einwilligungen für die Datenverarbeitung notwendig sind, der sei auf einem guten Weg.  Zudem hatte Oberbeck viele praktische Tipps dabei: Um Verarbeitungstätigkeiten wie bspw. die Lohnabrechnung, das Betreiben einer Website oder das Archivieren von E-Mails zu definieren und in einem Verzeichnis zu beschreiben, stellt seine Kanzlei >> Beispiele und einen Generator zum Erstellen eines Verarbeitungsverzeichnisses bereit.

Overtourism – Wenn den Einheimischen der Tourismus zu viel wird

Die Diskussion habe sich von der infrastrukturellen und ökologischen Tragfähigkeit zur Beziehung von Gästen und Einheimischen verschoben. Der Unmut der Bewohner sei nicht immer durch zahlenmäßigen Überdruck begründet. Maßnahmen wie Besucherlenkung oder Saisonverlängerung griffen daher zu kurz, so Prof. Pechlaner. Länder, Regionen und Städte müssten vielmehr strategisch agieren und sich fragen: Welchen Tourismus, welche Gäste wollen wir?

Die Experten waren sich einig: Ein konstruktiver Umgang mit Aspekten des „Overtourism“  könne nur durch die Einbeziehung der Bevölkerung, den Rückhalt der Kommunalpolitik und ein Selbstverständnis der DMO, das über touristischen Vertrieb und touristisches Marketing hinausgehe, gelingen.  

Influencer Marketing – quo vadis?
Das Literarische Quartett um Marcel Reich-Ranicki verkörperte bereits alles, was gute Influencer ausmacht: sie waren glaubwürdig, konsistent, kompetent und hatten eine hohe soziale Autorität, so Freelance Digital Creative Krüger. Er betont: Influencer sind nicht allein aufgrund einer hohen Reichweite beliebig für jedes Produkt oder Thema geeignet seien. Vor einer erfolgreichen Kooperation sollte sorgfältig recherchiert werden, wer zum eigenen Produkt passt. Das könne zum Beispiel ein Micro-Influencer mit weniger Reichweite, aber themenaffinen Followern sein.

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