Unser Tourismusheld

Axel Berger

In großer Dankbarkeit werde ich auch immer an die Zeit
zurückdenken, in der auch einfach mal NICHTS ging und ich
„Lockdown-Papi“ sein durfte.


Erzählen Sie doch mal… Axel Berger!

Was macht das Leben in Oberbayern für Sie besonders?

Wir hatten das unglaubliche Glück, ohne Eigenleistung durch unsere Geburt hier auf diesen goldenen Quadratkilometern zu landen. Ein absolutes Privileg. Nah am Süden, malerisch gelegen, weitgehend unbeschwerte Verhältnisse, da wirtschaftlich und politisch stabil und vor Allem: traumhaft schön! Das Grundrauschen, das ich in mir trage wurde mir auf meinen zahlreichen Reisen in der ganzen Welt besonders bewusst und auch die Tatsache, dass dies mit dem HIER zu tun hat. Dies erfüllt mich mit Dankbarkeit.

Was motiviert sie seit so vielen Jahren für Ihre beruflichen Projekte (Hochseilgartenbetreiber, Graffitikünstler, Veranstalter)?

Die Motivation finde ich in den zahlreichen Begegnungen mit den Menschen. Ein ungeheuerliches Maß an Gastfreundschaft durfte ich auf meinen Reisen erfahren. Davon etwas zurückzugeben fühlt sich für mich nur folgerichtig an. Daher erfüllt mich meine Arbeit am Hochseilgarten Isarwinkel sehr. Dort begegne ich nicht nur Firmen aus diversesten Bereichen, sondern auch Schülern, Kindern, Familien und Gästen des Isarwinkels. Dabei kommt es mir immer auch auf ECHTE Momente an.

Meine Erfahrungen im Veranstaltungsbereich in so vielen verschiedenen Ländern und Kulturen hat mich gelehrt, dass man nur mit Authentizität und Begeisterung und TUN weiterkommt. Nur dadurch kommt der messbare Erfolg. Nur dadurch wird man wahrgenommen. Nur dadurch entstehen Netzwerke. Dies hilft mir auch dabei, künstlerische Projekte voranzutreiben und marktfähig zu machen.

Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihre ehrenamtliche Arbeit ausgewirkt und wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Am Anfang war es schon ein Schock. Für den Hochseilgarten, der immer noch geschlossen ist, war es ein fataler Umstand. Über ein Jahr nahezu keine Schulklassenausflüge in den Isarwinkel. Ebenso im Eventbereich hagelte es monatelang nur Stornierungen und so war auch nicht viel los mit Bühnenshows auf Events. Viele meiner Künstlerkollegen heuerten in Supermärkten an, in denen sie noch immer arbeiten. 

Mit einer besonderen Idee und der inneren Überzeugung etwas Besonderem auf der Spur zu sein, gründete ich das Künstlerkollektiv IsarStreetArt.de, das sich intensiv mit der Schnittstelle zwischen Graffiti, Filmproduktion und Videomapping beschäftigt. Wir waren so umtriebig, dass wir mit unserer ersten Projektidee sogar einen internationalen Kunstpreis gewinnen konnten.

Was soll ich sagen, auch wenn ich alles auf den Kopf stellen musste um mich neu zu erfinden, so ist es trotz alledem gelungen. In der Krise verbirgt sich in allererster Linie auch eine Chance. Ich habe versucht diese Zeit so anzunehmen wie sie eben war und in meinem positiven Umgang mit Ihr sehr schnell ein Netzwerk von besonderen Unternehmern und Menschen aufgebaut, die sich eben nicht im Grant und der permanenten Kritik an allem und jedem gefielen.

In großer Dankbarkeit werde ich auch immer an die Zeit zurückdenken, in der halt auch einfach mal NICHTS ging und ich „Lockdown-Papi“ sein durfte.

Wie nehmen Sie den Tourismus vor Ort wahr und was wünschen Sie sich zukünftig von dem Tourismus in Oberbayern?

Wir haben einen sehr gesunden Familientourismus, der ein unheimlicher Turbo in der Region ist. Er stärkt das Handwerk, erhält den Einzelhandel und bringt uns in die luxuriöse Situation, vor Ort unser Auskommen zu erwirtschaften.

In vielen Fällen aber vermisse ich neue und kreative Strategien, die unser Profil von innen stärken und den Standort für die Zukunft fit machen. Gerade in unserer Region fehlen zum Beispiel enorm viele (besonders junge) Leute im Hotellerie- und Gastronomie-Bereich. Viele wandern mangels interessanter Angebote ab, um dann in der Konsequenz ihren Lebensabschnitt voller Tatendrang wo anders zu verbringen.

Nur mit kulturellen und sozialen Angeboten und bezahlbarem Wohnraum aber machen wir unsere Region attraktiv für die Leute, auf die sich unser Wohlstand stützt. Das sollte nicht vergessen werden, während man Hochglanzbroschüren mit tollen Landschaftsbildern an den touristischen Hotspots ausstellt. Viel soll so bleiben wie es ist. Aber eben nicht alles.


Mehr zu unserem Helden und seinem Engagement

Kontakt

Hochseilgarten Isarwinkel
83661 Lenggries (Bayern)
Telefon: 01635904059
www.hochseilgarten-isarwinkel.de
info@Hochseilgarten-Isarwinkel.de

veröffentlicht am 4. November 2021