Unsere Tourismusheldin

Marianne Obermüller

Noch nie haben wir so eine Loyalität von unseren Gästen gespürt wie in
dieser Zeit! Es war überwältigend und es hat uns
dazu gebracht weiter zu machen.

Marianne Obermüller wurde von den Mitarbeitern der Alpenbahnen Spitzingsee, Brauneck- und Wallbergbahn als Tourismusheldin nominiert. Sie schwärmten von der Power-Frau, die insbesondere in der Pandemie einen langen Atem bewies: „Marianne hat sich nicht unterkriegen lassen. Mit Freude, Spaß  und hoch motiviert hat sie im Skigebiet Brauneck im Winter 2020/2021, als kein Skibetrieb möglichwar, die Skitourengeher und Wanderer mit warmen Essen versorgt. Der Transport von Lebensmitteln und dem Personal auf 1520 Meter war logistisch eine absolute Herausforderung! Marianne ist unsere Heldin!“.

Nach Ihrem ersten Interview 2021 (siehe unten), erfuhren wir, dass sich Marianne Obermüller eine neue Herausforderung gesucht hat: im Mai 2022 übernahm sie die Quenger Alm, die „kleine Schwester“ der Stie-Alm, und gab uns inmitten des Umbau- und Eröffnungschaos noch ein Interview zur aktuellen Situation. Wir bedanken uns für den exklusiven Einblick und wünschen Marianne Obermüller nur das Beste für Ihr neues, heldenhaftes Projekt!


Erzählen Sie doch mal… Marianne Obermüller!
(1. Interview, Stand: 2021)

Der letzte Winter war für uns der Wahnsinn! Er war eine absolute Herausforderung für uns und jedes Mal ein Abenteuer auf die Alm zu kommen. Wir Mädels allein mit dem Schneemobil. Keine Präparierten Wege oder Pisten. Um in unserem kleinem Kiosk (getauft „Puppenküche“…weil die Küche so klein war wie in einer Puppenküche) Suppen für die Tourengeher zu kochen. Auf einem Ofen mit einer Gasflamme, weil die zweite kaputt war. Arschkalt war’s in dem Kiosk, weil es nicht mal eine Heizung gab.

Am Anfang gab es nicht mal viele Gäste. Wir waren auch nicht auf der Skitouren Route gelegen sondern ganz hinten, ganz oben. Sogar mein Papa hat am Anfang mal gesagt: „Ja mechst du moing wieda rauf kema und aufsperren für die paar Suppen.“ – „Ja ich komm wieder und ich sperr wieder auf ! Wir können doch nicht einfach nichts tun und aufgeben!“ Und von Woche zu Woche haben wir mehr Suppen verkauft. Wir hatten Gäste die sind jedes Wochenende 2,5 Stunden zu Fuß oder mit Touren Ski hochgelaufen, nur wegen uns. Es war überwältigend wer alles kam und uns unterstützt hat!

Völligst Unsportliche sind angekommen, konnten nicht mal ein Bier trinken, weil sie solche Angst vor der Abfahrt hatten. Aber sie waren da und sie haben eine Suppe gegessen. Sie haben nicht aufgegeben – genauso wie wir. Noch nie haben wir so eine Loyalität von unseren Gästen gespürt wie in dieser Zeit. Es war überwältigend und es hat uns dazu gebracht weiter zu machen. Das wir einer eurer Helden sind, ist eine Wahnsinns Anerkennung für meine Mädels und mich und eine so besondere Belohnung für all die Strapazen, kalten Finger, Wutanfälle, Rückenschmerzen und abgefrorenen Zehen! Eine kleine Anekdote aus der täglichen Irrsinns Fahrt auf die Alm:

Einmal war die Piste steinhart gefroren, da es am Tag vorher geregnet hatte. Wir waren zu dritt auf dem Schneemobil und im letzten steilem Stück ist uns das Schneemobil umgekippt und wir mussten alle drei absteigen, um es wieder aufzulehnen. Jedoch war es zu steil, um wieder los fahren konnten! Die Mädels mussten mich anschieben. Ich konnte wieder wegfahren, aber die Mädels konnten nicht mehr aufspringen. Also mussten sie zu Fuß hinter mir herlaufen! Allerdings war der Hang so eisig, dass dies nicht möglich war. Es blieb Ihnen nichts anderes übrig wie auf allen Vieren zu krabbeln, um sich auch noch mit den Händen im Eis fest zu krallen. Ich konnte aber auch nicht mehr stehen bleiben, um ihnen zu helfen, da ich sonst nicht mehr wegkommen wäre! Und so bin ich mit dem Schneemobil in Schrittgeschwindigkeit voraus gefahren und die Mädels sind auf allen Vieren hinter mir her gekrabbelt. Das Bild war abartig! Wir konnten nicht mehr vor lauter Lachen! Ich dachte mir „alter Schwede, wenn uns jetzt einer sieht, dann denken die „die von der Stie-Alm, die krabbeln auf allen Vieren gackernd dem Schneemobil hinter her – entweder sind die in der Früh schon total zu oder die drehen schon langsam durch!!

Ein Moment der diesen verrückten Winter nicht besser spiegeln hätte können und über den wir heute noch gerne lachen.

Wie ging es bei Ihnen weiter Frau Obermüller?
(2. Interview, Stand: 2022)

Seit Mai 2022 ist die Quenger Alm die kleine Schwester der Stie Alm. Ein Ort für alle die das Besondere suchen in dem eine große Portion Herz steckt. Ein Ort zum wohlfühlen und ein bisschen zu Hause zu sein. Das hat sich schon in unserer Vorbereitungsphase gezeigt: Viele freiwillige Helfer waren dabei und haben mitgeholfen, dieses besondere Fleckchen zu gestalten. Jeder hat sich mit eingebracht und gehört somit auch irgendwie dazu.

Die Quenger Alm hat einen ganz besonderen Charme. Liebenswert und heimelig und so fühlt man sich dort auch…gut aufgehoben. Eben ein bisschen wie zu Hause. Nach diesem Gefühl sehen wir uns gerade in der momentanen Zeit doch alle. Ein bisschen umsorgt und fern von Alltagssorgen.

Oft bin ich gefragt worden was ich mir dabei gedacht habe, mich in der jetzigen Zeit noch in den Nachwehen von Corona, Personalmangel und explodierenden Preisen mit einem Gastrobetrieb selbstständig zu machen – noch dazu mit einem bereits bestehenden Betrieb!

Um ehrlich zu sein hab ich mir gar nichts dabei gedacht. Ich glaub, dass eine meiner Stärken ist, nicht immer zu viel nachzudenken, mich auf mein Gefühl zu verlassen, einfach zu machen, weil man sich darauf freut oder weil es Interesse in einem geweckt hat. Fast eine kindliche, naive Vorfreude, freuen ohne immer ein Aber oder eine negative Konsequenz zu sehen.

Ganz am Anfang hab ich mich mit einem Unternehmensberater getroffen um mich zu informieren welche Geschäftsform ich machen sollte. Eine seiner ersten Fragen war, wie viel Pacht ich monatlich bezahlen muss ? Darauf hin hab ich geantwortet: „paaahh keine Ahnung da muss ich direkt mal im Pachtvertrag nachschauen“ – Da kam ein kurzes Entsetzen seinerseits auf! „Ja hast du denn den Pachtvertrag schon unterschrieben? Und dann weißt du nicht mal genau wie viel Pacht du bezahlen musst?“, fragte er ungläubig. „Nein, so genau weiß ich es gar nicht mehr, ich glaub so ungefähr, aber ich kann mal nachschauen. Es hat mich ja auch nicht sooo sonderlich interessiert.“, entgegnete ich.

Eine weitere Frage bezog sich auf die Anzahl der Sitzplätze in der Hütte und auf der Terrasse. Aber auch hier konnte ich nur sagen: „Das weiß ich doch nicht!“ war meine Antwort. Und da platzte ihm der Kragen: „Herrgott du musst dich doch mit irgendwelchen Zahlen auseinander gesetzt, durchkalkuliert, informiert und überlegt haben. Wie kann man den einen Vertrag unterschreiben wenn man vorher nicht mal die Zahlen kennt?!“ Doch ich kannte die Antwort darauf: „Weils sich gut angefühlt hat in meinem Bauch. Ganz einfach…in meinem Bauch drinnen, da hat sich´s gut angefühlt!

Unser Gespräch war dann beendet. Er ging und ich hab nie wieder was von dem Unternehmensberater gehört. Mein Bauch und ich haben dann ein Einzelunternehmen gegründet, ohne uns weiterhin beraten zu lassen. Egal wie stressig es ist und manchmal auch völlig irrsinnig zwei Betriebe auf einem Berg zu führen, es fühlt sich immer noch gut an in meinem Bauch… und schon allein wenn ich an die Quenger Alm denke dann freue ich mich! Soviel Sicherheit können mir Zahlen gar nicht geben, wie dieses Gefühl, dass es mich und so viele andere glücklich macht!


Mehr zu unserer Heldin und ihrem Engagement

Kontakt

Stie-Alm
Familie Obermüller
Latschenkopf 5
83658 Lenggries-Brauneck
Telefon: 08042/2336
www.stie-alm.de
marianne@stie-alm.de

Quenger-Alm
Marianne Obermüller
Quenger Alm 4
83661 Lenggries-Brauneck
Telefon: 08042/2336
E-Mail: marianne@quenger-alm.de

veröffentlicht am 18. Juli 2022