Was die Natur Oberbayerns so wertvoll macht
Sie ist Lebens- und Erholungsraum. Und sie steht vor großen Herausforderungen. Wer in Oberbayern unterwegs ist, begegnet der Vielfalt der Natur auf Schritt und Tritt: von den Almen und Streuobstwiesen bis hin zu Moorlandschaften und imposanten Gebirgszügen. Was sie alle eint? Sie machen die Region unverwechselbar. Und sie benötigen Schutz, um auch in Zukunft ihre Strahlkraft zu bewahren. Der Tourismus spielt hierbei eine nicht unerhebliche Rolle.
„Die Natur ist das Herz Bayerns – sie schenkt Lebensqualität, Erholung und Identität. Seen, Gipfel und Wanderwege laden dazu ein, unsere Heimat zu entdecken. Doch sie sind mehr als nur Ziele – sie sind Wegweiser, wie ein achtsamer Umgang mit der Natur gelingen kann. Durch gezielte Besucherlenkung sorgen wir dafür, dass Menschen die Natur erleben können.
In unseren Nationalparks und Naturparken sind naturschonende Erholungsformen zentrales Leitbild. Auch viele Gemeinden wie beispielsweise die bayerischen „Bergsteigerdörfer“ und Landkreise engagieren sich im Naturtourismus.“
Thorsten Glauber, Bayerischer Umweltminister
Schönheit mit Verantwortung
Oberbayern ist Heimat einer außergewöhnlichen Naturvielfalt. Rund 60.000 Tier- und Pflanzenarten, und damit etwa 80 Prozent aller in Deutschland vorkommenden Arten, sind hier zu finden.
Ein besonderer “Hotspot” ist der Nationalpark Berchtesgaden: Auf 210 Quadratkilometern, seit 1978 geschützt, zieht er jährlich rund 1,6 Millionen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an. 2024 wurde er von der IUCN erneut als Schutzgebiet von internationalem Rang bestätigt – ein starkes Signal für den Wert intakter Natur.
Neben dem Nationalpark sichern mehr als 600 Naturschutzgebiete sowie zahlreiche Fauna-Flora-Habitat-Gebiete wertvolle Lebensräume. So zählen das Murnauer Moos und die Loisach-Kochelsee-Moore zu den bedeutendsten Mooren Mitteleuropas. Traditionelle Landnutzungsformen wie Almwirtschaft oder Streuobst prägen darüber hinaus die Kulturlandschaft – und erhalten Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen.
Natur zwischen Schutzgebiet und Erlebnisraum
Doch diese Vielfalt steht unter Druck. Trockenperioden gefährden Moore und Freizeitnutzung kollidiert mancherorts mit Schutzinteressen – etwa wenn Wassersport und Brutgebiete am Chiemsee aufeinandertreffen, oder sich Skitourenrouten mit Schutzgebieten überschneiden.
Lösungsansätze gibt es viele: Renaturierungsmaßnahmen wie die Wiedervernässung von Hochmooren, Monitoring-Projekte oder innovative Konzepte für nachhaltigen Tourismus. Zudem setzen Ranger-Programme und „Ecotainment“-Angebote auf Wissensvermittlung und Aufklärung, um Naturerlebnisse nachhaltig zu gestalten und sowohl Einheimische als auch Gäste aktiv einzubinden.
Ein echtes Original:
Alexandra Winzenhöller, Kräuterpädagogin im Tölzer Land
Was vor unserer Haustür wächst, ist so wertvoll! Die Natur hält das ganze Jahr über Schätze bereit – man muss sie nur erkennen. Gesammelt werden die Wildkräuter nach der “Handstraußregel”.
Naturschutz zum Mitmachen: Finalist beim Deutschen Tourismuspreis
Ein Beispiel für besonderes Engagement ist das Projekt „Schwendaktion im Achental – mit dem Almbauer aktiv auf der Alm“. Es bringt Gäste, Einheimische und Almbauern zusammen, um durch gemeinsame Arbeit den Erhalt der artenreichen Kulturlandschaft zu sichern und einen aktiven Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Damit steht der Achental Tourismus gKU nun im Finale des Deutschen Tourismuspreises 2025. Für dieses und weitere deutschlandweite Leuchtturmprojekte können Sie noch bis 5. November online über den ADAC-Publikumspreis abstimmen – jede Stimme zählt.
Die Natur als Kapital für alle
Unsere einzigartige Natur zieht jedes Jahr Millionen Gäste an, die beim Wandern, oder auf geführten Wildnis-Touren sowohl Erholung als auch Erlebnisse suchen. Indirekt stärkt sie somit auch Hotellerie und Gastronomie, sowie die gesamte Region als Tourismus- und Wirtschaftsstandort. Für die Menschen, die hier leben, bedeutet eine intakte Umwelt vor allem Lebensqualität: Sie bietet Naherholung, Gesundheitsvorsorge und gelebte Heimat. Auch Kommunen und Politik profitieren, denn eine intakte Landschaft sichert Attraktivität, schafft Bindungskraft für Fachkräfte und eröffnet Chancen für nachhaltige Regionalentwicklung. So wird Natur in Oberbayern zu einem gemeinsamen Kapital, das Werte schafft und vermittelt.
“Die Natur ist die Basis für unseren Lebens- und Tourismusraum Oberbayern. Das kontrastreiche Nebeneinander von Seen und Bergen, Almen und Flussgebieten steht für unseren hohen Erholungswert, sichert aber auch die Biodiversität und prägt dabei das Lebensgefühl der Region. Das Bewahren und Erleben dieser einmaligen Natur und Landschaft ist für uns ein zentrales Anliegen.”
Oswald Pehel, Geschäftsführer, Tourismus Oberbayern München e.V.
Nur wenn Schutz und Nutzung im Gleichgewicht stehen, bleibt die oberbayerische Landschaft das, was sie heute ist – ein Naturerbe von internationalem Rang und ein Zukunftskapital für kommende Generationen. Die Politik ist gefordert, mit klaren Schutzmaßnahmen, Förderprogrammen und Strategien eine Grundlage zu schaffen, auf der diese Natur auch bestehen kann. DMOs, Naturparks und Co. haben ihrerseits die Aufgabe, Naturerlebnisse verantwortungsvoll zu gestalten, mit Umweltbildung, Besucherlenkung und Konzepten für klimafreundliches Reisen.
Noch mehr spannende Details finden Sie im „Faktenkompass Natur“ zum Download: