© ZSA, Olga v. Plate

Tradition. Einsatz. Zusammenhalt. 

Echt stark für Oberbayern

Wie Ehrenamt Tourismus und Region prägt 

Oberbayern lebt von Menschen, die mehr tun als sie müssen: Ohne das Ehrenamt würde vieles stehen bleiben, was die Region ausmacht. Ehrenamtliche sorgen dafür, dass Menschen die Natur genießen können, dass Kultur gelebt wird und dass Gemeinschaft funktioniert. Ihre Arbeit ist dabei oft unsichtbar, aber unverzichtbar – für die Einheimischen ebenso wie für die Millionen Gäste, die Oberbayern jedes Jahr besuchen. 

Sie halten Wege in Stand, retten Leben, bewahren Traditionen und füllen Veranstaltungen mit Leben. Und damit sichern die vielen Ehrenamtlichen nicht nur die Qualität touristischer Angebote, sondern machen Werte lebendig, die unsere Region prägen: Zusammenhalt, Verantwortung und gemeinschaftliches Miteinander. 

Ehrenamt ist nicht nur eine Stütze, sondern ein verbindendes Element. 


Ehrenamt & Sicherheit

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Bedeutung freiwilligen Engagements dort, wo Menschen in Not geraten. Die Bergwacht Bayern ist eines der sichtbarsten Beispiele: Mit mehreren tausend ehrenamtlichen Einsatzkräften, nur wenigen Hauptamtlichen und einem Netzwerk aus Bereitschaften und Notärzten stemmt sie jährlich zahlreiche Einsätze in Sommer wie Winter. Ob auf ausgesetzten Graten, auf Skipisten oder im unwegsamen Gelände – die Bergwacht ist da, wenn jede Minute zählt.  

Echte Originale:

Zwischen Verantwortung, Risiko und echter Leidenschaft

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dr. Tobias Reploh kennt die Bergrettung aus zwei Perspektiven: als Bergwacht-Notarzt, der im entscheidenden Moment medizinische Präzision liefert, und als erster stellvertretender Landesvorsitzender, der die Zukunft der Organisation mitgestaltet. Auch Tamara Haas, hauptamtliche Mitarbeiterin der Bergwacht Bayern und aktive Einsatzkraft der Bergwacht Tölz, weiß, wie viel Können, Ausdauer und Teamgeist für jeden Einsatz notwendig sind. Gemeinsam geben sie unmittelbare Einblicke in die vielfältige ehrenamtliche Arbeit, die Oberbayerns Berge sicher macht und die weit über reine Rettung hinausreicht. 

“Die Besonderheiten unserer ehrenamtlichen Hilfsorganisationen und damit auch der Bergwacht sind uns im StMI absolut bewusst. Wir erkennen an, dass die Bergrettung unter extremen Bedingungen arbeitet und oft in gefährlichen Situationen eingreifen muss, um Menschen, die in Bergnot geraten sind, zu helfen. Ich möchte den ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergrettern für ihren unermüdlichen Einsatz danken. Ihre Arbeit ist unverzichtbar (…) und verdient höchste Anerkennung.”  

Johannes Gruber, Leitung des Sachgebiets Rettungsdienst im StMI (Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration) im Interview mit der Bergwacht Bayern 

Auch auf und am Wasser könnte die Region nicht ohne Ehrenamt existieren. Wasserwacht und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sichern Badeplätze, Flussabschnitte und Seen, sind im Hochwasserschutz aktiv und bilden jedes Jahr tausende Menschen im Schwimmen und Retten aus. Ihre Arbeit bleibt oft im Hintergrund, wirkt aber weit über die reine Sicherheit hinaus. Sie schafft Vertrauen. Eine Grundvoraussetzung für einen Tourismus, der auch von Naturerlebnissen lebt. 

Der Deutsche Alpenverein (DAV) ergänzt dieses Netzwerk, indem Freiwillige Pfade in Stand halten, Sicherungen erneuern und nach extremen Wetterereignissen Schäden beheben. Ohne sie wären viele Wanderwege nach Starkregen, Murgängen, Steinschlag oder schlicht nach dem Winter nicht begehbar. Sie sorgen dafür, dass die alpine Infrastruktur auch unter Witterungseinflüssen und veränderten klimatischen Bedingungen stabil bleibt. 


Auch außerhalb der fragilen Bergwelt müssen Wege gepflegt in instandgehalten werden. Hier engagieren sich zum Beispiel ehrenamtliche Radwegepaten. 

Echte Originale:

Engagement, Ausdauer und ein Blick für jedes Detail 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Eugen Stolz kennt das Radwegenetz der RadReiseRegion Inn-Salzach wie kaum ein anderer. Als ehrenamtlicher Radwegepate überprüft der sportliche Rentner regelmäßig Strecken, die sich zu einem Netz von rund 1.500 Kilometern summieren – eine Aufgabe, die längst nicht allein zu bewältigen wäre und deshalb auf viele engagierte Freiwillige verteilt ist. Mit wachem Blick achtet er auf Beschilderung, Zustand und Sicherheit der Wege und sorgt dafür, dass Radfahrer die Region zuverlässig und genussvoll erleben können. Sein Einsatz zeigt, wie viel Verantwortung hinter einer vermeintlich unsichtbaren Aufgabe steckt und wie wichtig Menschen wie er für die Qualität und Attraktivität Oberbayerns sind. 


Ehrenamt & Gemeinschaft

Ehrenamt ist jedoch nicht nur Rettung, Schutz und Sicherheit. Es ist auch kulturelle Lebendigkeit. In Trachtenvereinen, in Musikgruppen, in Schützen- und Sportvereinen engagieren sich Menschen, die Traditionen bewahren und gleichzeitig weiterentwickeln. Ihr Einsatz sorgt dafür, dass Heimatabende, Gaufeste, Musiknächte und regionale Feiern stattfinden können – jene Veranstaltungen, die Gäste anziehen und Einheimischen ein Gefühl von Vertrautheit geben. 

Auch der Sport, ob im Breiten- oder Jugendsport, funktioniert nur durch ehrenamtliche Trainerinnen, Jugendleiter, Platzwarte und Vorstände. Sie organisieren Rennen, Wettkämpfe, Trainingslager und Vereinsleben, oftmals neben Beruf und Familie. Längst ist klar: Ohne diese Strukturen wäre ein zentraler Teil des gesellschaftlichen Miteinanders unmöglich. 

Ein Fundament für Tourismus und Lebensqualität 

Durch das Ehrenamt entsteht ein vielfältiges Netzwerk, das Sicherheit, Kultur, Bewegung und Begegnung miteinander verbindet. Es hält die Region in ihrer Identität zusammen und verleiht ihr jene Authentizität, die Besucherinnen und Besucher schätzen.  

Viele Angebote, die in Oberbayern als selbstverständlich gelten, wären ohne Ehrenamt nicht denkbar: Wanderwege und Hütten, die gepflegt werden; Seen, an denen ausgebildete Helfer für Sicherheit sorgen; Naturräume, die trotz steigenden Nutzungsdrucks geschützt bleiben; Veranstaltungen, die Gäste anziehen und zugleich lokale Gemeinschaft stärken. Ehrenamtliche sorgen dafür, dass touristische Qualität und regionale Lebensqualität Hand in Hand gehen. 

Stärke unter Druck 

Trotz dieser enormen Bedeutung steht das Ehrenamt vor strukturellen Herausforderungen. Die Einsatzaufkommen steigen, nicht zuletzt durch wachsenden Bergtourismus und häufiger auftretende Extremwetterereignisse. Gleichzeitig kämpfen viele Vereine mit einer überalterten Mitgliederbasis, während junge Menschen sich seltener langfristig binden. Dazu kommen finanzielle Engpässe: Viele Organisationen sind auf Spenden angewiesen und können moderne Anforderungen oder Ausrüstung nur schwer stemmen. Dieser Druck gefährdet langfristig jene Leistungen, die Oberbayern dringend braucht. 

Ehrenamt als gemeinsame Zukunftsaufgabe 

Ehrenamtliche schaffen Strukturen, die weder finanziell noch organisatorisch vollständig durch Hauptamtliche abbildbar wären. Vereine und Initiativen brauchen daher stabile Unterstützung. 

Verlässliche Finanzierung, moderne Infrastruktur, gezielte Nachwuchsarbeit, eine sichtbare Anerkennung und Wertschätzung sind notwendige Rahmenbedingungen. Politische Entscheidungsträger, Kommunen und Tourismusorganisationen spielen hier eine wesentliche Rolle: Nur wenn sie gemeinsam handeln, lassen sich Ressourcen bündeln, Verantwortlichkeiten klar definieren und langfristige Strukturen sichern. 

Ehrenamt ist nur dann zukunftsfähig, wenn es als gemeinsame Aufgabe verstanden wird. Nur wenn alle Akteure zusammenwirken, bleibt das Ehrenamt die starke Kraft, die Oberbayern trägt – heute und für kommende Generationen. 

Noch mehr spannende Details finden Sie im „Faktenkompass Ehrenamt“ zum Download:

veröffentlicht am