© Kerstin Riemer

Echt meisterhaft: Unser Handwerk

Echt stark für Oberbayern

Es baut, backt, braut, näht, repariert und gestaltet. Es sichert Arbeitsplätze, erhält Traditionen und hält Orte lebendig: Das Handwerk ist ein zentrales Fundament der oberbayerischen Wirtschaftsstruktur. Gleichzeitig ist es auch integraler Bestandteil der touristischen Wertschöpfung, von der baulichen Infrastruktur über regionale Produkte bis hin zur Qualität, die auch unsere Gäste spürbar erleben. Handwerk schafft Substanz – wirtschaftlich, infrastrukturell und gesellschaftlich.  

Zwischen Werkbank und Wertschöpfung

Mit über 81.000 Betrieben und mehr als 300.000 Beschäftigten ist das Handwerk unverzichtbar für die oberbayerische Wirtschaft. Gleichzeitig ist es eng mit dem Tourismus verflochten: Ob Bau und Ausbau von Hotels, regionale Lebensmittelproduktion, technische Dienstleistungen oder Ausstattung von Freizeitbetrieben. Handwerkliche Leistung bildet somit eine wichtige Grundlage für Qualität im Tourismus. Das gilt speziell in tourismusstarken Regionen wie Oberbayern. 

206,8 Millionen Tagesreisen allein im Jahr 2024 zeigen, welches Nachfragepotenzial besteht. Jeder Gast ist auch möglicher Kunde. Durch die Vermarktungschancen hochwertiger Erzeugnisse an touristische Gäste kann eine höhere Wertschöpfung erzielt werden. Vom Brot aus der Dorfbäckerei über handgebrautes Bier bis hin zu Trachten aus der Traditionsschneiderei: Tourismus stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe – direkt und indirekt. So wirken sich Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen in Tourismusbetriebe beispielsweise auch auf das Bauhandwerk und weitere Gewerke aus.   

Darüber hinaus übernimmt das Handwerk eine zentrale Versorgungsfunktion. Gerade in ländlichen Gemeinden sind Bäckereien, Metzgereien oder Werkstätten wichtige Nahversorger. Sie sind nicht nur Wirtschaftsunternehmen, sondern soziale Ankerpunkte und zugleich unverzichtbar für die Attraktivität als Tourismus- und Lebensstandort.   

Ein echtes Original:

Bäckermeister Karl Wieseneder

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Die Wiesender Naturbackstube zeigt, was oberbayerisches Handwerk ausmacht: gewachsen über vier Generationen, verwurzelt in der Region und konsequent nachhaltig gedacht. Seit 1904 steht der Familienbetrieb für Qualität und Frische. Heute führt Karl Wiesender das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden und 21 Standorten in Pfaffenhofen, Freising, Moosburg und Umgebung – und bleibt dabei seinem Anspruch treu: kurze Lieferketten, regionale Rohstoffe und echtes Bäckerhandwerk mit selbst angesetztem Natursauerteig.  

Zwischen Tradition und Transformation 

Rund 120 Betriebe in Oberbayern pflegen historische Handwerkstechniken, von Lüftlmalerei bis Lederschuhmacherei, und bewahren damit kulturelles Erbe. Auch die etwa 470 bayerischen Brauereien stehen beispielhaft für die Verbindung von Handwerk, Tradition und Regionalität: Im Tourismus und der oberbayerischen Gastronomie werden hochwertige Biere im Rahmen des Labels ‘Ausgezeichnete Bayerischen Bierkultur’ angeboten und vertrieben, was zur Imagebildung und Profilierung Oberbayerns wesentlich beiträgt. 

Für viele symbolisiert es „Mensch statt Maschine“, Identität und Qualität mit Herkunft. Doch das Handwerk bewegt sich in einem Spannungsfeld: Trotz eines nominalen Umsatzanstiegs verzeichnet die Branche real bereits das fünfte Jahr in Folge einen Rückgang. Hinzu kommen Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Energieeffizienz, hohe Investitionen in Digitalisierung sowie bürokratische Belastungen. 

Ideenreichtum ist gefragt. So entstehen mit neuen Anforderungen auch Symbiosen als neue Form von Gastlichkeit: Themenabende, Werkführungen oder Brauereibesichtigungen zeigen, wie sich Handwerk zunehmend als Erlebnisraum öffnet und Teil touristischer Wertschöpfung wird. 

„Bayern ist mehr als ein Bundesland – Bayern ist ein Lebensgefühl! Dieses Lebensgefühl wird nicht zuletzt von den Handwerkerinnen und Handwerkern im Freistaat maßgeblich geprägt. Egal ob bayerisches Bier, Brezn, bayerische Tracht oder die zahlreichen gut erhaltenen und renovierten Baudenkmäler – die Fachleute dafür kommen aus dem Handwerk. (…) Das Handwerk ist eine Attraktion für Touristen in Bayern. Und Tourismus nützt den bayerischen Handwerksbetrieben. Diese symbiotische Beziehung bewährt sich schon seit langer Zeit.“ 

Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer Bayerischer Handwerkstag e. V. 

Handwerk als Stabilitätsfaktor 

Über 9.400 neue Ausbildungsverträge im Jahr 2025 zeigen, dass das Handwerk trotz aller Herausforderungen Perspektiven bietet. Es ist nicht nur Arbeitgeber, sondern Zukunftsgestalter.  

Die enge Verzahnung mit dem Tourismus eröffnet Wachstumspotenziale – stellt aber zugleich Anforderungen an Qualität, Innovationsfähigkeit und Zusammenarbeit. Politik, Tourismusorganisationen und Handwerk sind hier gleichermaßen gefordert, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und die strukturelle Bedeutung systematisch sichtbar zu machen. 

Denn ohne Handwerk gäbe es keine gepflegten Ortsbilder, keine regionalen Spezialitäten, keine funktionierende touristische Infrastruktur. Und genau deshalb verdient es nicht nur wirtschaftliche Beachtung, sondern gesellschaftliche Wertschätzung.  

Noch mehr gute Gründe, Zahlen & Fakten finden Sie im „Faktenkompass Handwerk“ zum Download:

veröffentlicht am