© Oberbayern, Peter von Felbert

Wo aus Landschaft Kultur wird 

Echt stark für Oberbayern

Zwischen Almwiese und Hopfengarten 

Ob Streuobstwiesen, Almen oder historische Ortsbilder: Die Landschaften Oberbayerns erzählen Geschichten. Geschichten von bäuerlicher Arbeit, von regionalen Traditionen und von Generationen, die diese Räume geprägt haben. 

Diese Kulturlandschaften sind ein zentrales Merkmal Oberbayerns. Sie sind Lebensraum für Mensch und Tier, Grundlage regionaler Wirtschaft – und ein wichtiger Teil dessen, was Gäste an unserer Region schätzen. Hinter jeder dieser Landschaften stehen Menschen, die sie gestalten, bewahren und weiterentwickeln

Gewachsene Strukturen 

Ein großer Teil unserer Kulturlandschaften ist durch landwirtschaftliche Nutzung entstanden: In Bayern wird fast die Hälfte der Fläche landwirtschaftlich genutzt. In Oberbayern ist der Anteil aufgrund der großen Wald-, Seen- und Bergflächen etwas geringer. Dennoch prägen landwirtschaftliche Flächen weite Teile der Region. Besonders Wiesen, Weiden und kleinstrukturierte Betriebe im Alpen- und Voralpenraum bestimmen das Bild. 

Landwirtschaft bedeutet dabei weit mehr als Produktion von Lebensmitteln. Sie erhält Landschaften, bewahrt regionale Nutzungstraditionen und schafft zugleich Räume für Erholung und Begegnung. 

Besonders sichtbar wird dies in der Almwirtschaft. Mehr als siebenhundert bewirtschaftete Almen gibt es allein in Oberbayern. Sie werden von rund 1.200 Bauern betrieben und erhalten nicht zuletzt unsere weitläufigen Bergweiden, die seit Jahrhunderten Teil der alpinen Kulturlandschaft sind. Ohne diese Bewirtschaftung würden viele Flächen langfristig verbuschen oder wieder zu Wald werden. Und damit würde das vertraute Landschaftsbild verschwinden. 

Auch der Hopfenanbau gehört zu den prägenden Kulturlandschaften der Region. In der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, formen kilometerlange Hopfengärten eine Landschaft, die untrennbar mit der bayerischen Bierkultur verbunden ist. Landwirtschaftliche Nutzung wird hier zum kulturellen Markenzeichen einer ganzen Region und macht Kulturlandschaft für Besucher unmittelbar erlebbar. 

Ein echtes Original:

Hopfenbotschafterin Kathrin Kund

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Kathrin Kund verbindet Landwirtschaft, Bierkultur und Erlebnis auf besondere Weise. Als Hopfenbotschafterin und Biersommelière führt sie Gäste durch die Hallertau und gibt Einblicke in den Hopfenanbau auf dem Familienbetrieb, den sie gemeinsam mit ihrem Mann bewirtschaftet. Bei ihren Führungen erleben Besucher die Hopfenpflanze mit allen Sinnen – bei Spaziergängen durch die Hopfengärten, bei Bierverkostungen und mit spannenden Geschichten rund um Anbau, Tradition und Bierkultur. So wird die Kulturlandschaft der Hallertau nicht nur sichtbar, sondern auch unmittelbar erlebbar. 

Vielfalt braucht Pflege

Kulturlandschaften sind nicht nur wirtschaftlich und kulturell bedeutsam. Sie spielen auch eine wichtige Rolle für die Biodiversität: Viele Tier- und Pflanzenarten sind auf genau jene Lebensräume angewiesen, die durch traditionelle Bewirtschaftung entstanden sind. Wiesen, Weiden, Hecken oder Streuobstwiesen schaffen eine hohe strukturelle Vielfalt und damit zahlreiche Lebensräume auf vergleichsweise kleinen Flächen. 

Gerade die artenreichen Wiesen im Alpen- und Voralpenraum zählen zu den biodiversitätsreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Voraussetzung dafür ist jedoch eine kontinuierliche Pflege: Mahd, Beweidung und nachhaltige Nutzung verhindern Verbuschung und sichern langfristig ihren Erhalt. 

Wo Landschaft Erlebnis wird 

Für viele Gäste sind die vielfältigen Landschaften der Grund, nach Oberbayern zu reisen. Sie machen den besonderen Charakter der Region erlebbar. 

Was für Einheimische Alltag ist, wird für Besucher zur Besonderheit. Tourismus und Landschaftspflege stehen dabei in enger Wechselwirkung. Einnahmen aus Gastronomie, regionalen Produkten oder Freizeitangeboten schaffen zusätzliche Wertschöpfung und unterstützen landwirtschaftliche Betriebe. Gleichzeitig erleben Gäste und Einheimische den Wert dieser Landschaften bewusster, wenn sie aktiv genutzt und vermittelt werden. 

Echtheit, die Gäste suchen 

Ein Erfolgsrezept für dieses Zusammenspiel ist der Urlaub auf dem Bauernhof. Für viele landwirtschaftliche Familienbetriebe ist er längst zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein geworden. Gäste erleben hier Landwirtschaft unmittelbar, begegnen den Menschen hinter den Höfen und erhalten Einblicke in regionale Traditionen und Produktionsweisen. 

„Abschalten, zuhause fühlen, genießen und mit allen Sinnen erleben –
Bauernhof-Urlaub ist als Auszeit und als Gegenpol zur Alltagshektik längst für alle interessant. (…)
Unsere Ferienhöfe punkten mit Herzlichkeit, Ursprünglichkeit und authentischen Erlebnissen.” 

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber 

Viele Reisende suchen heute bewusst nach Authentizität, Natur und Regionalität. Ferienhöfe und bäuerliche Betriebe ermöglichen genau diese Erfahrungen. Und auch Hofläden spielen dabei eine wichtige Rolle:   

Ein Echtes Original: 

Landwirt Franz Gaßner 

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Seit sechs Generationen bewirtschaftet die Familie Gaßner mit großer Leidenschaft ihren Hof. Im Gaßner’s Hofladen & Café kommt vieles direkt vom eigenen Anbau oder von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Umgebung. Je nach Saison stammen Obst und Gemüse vom Hof, ergänzt durch Molkereiprodukte, Käse sowie Fleisch von regionalen Landwirten und Jägern. Auch viele weitere Lebensmittel, von Nudeln über Marmeladen bis zu Eingemachtem, stehen für kurze Wege und regionale Kreisläufe. Das angeschlossene Café lädt mit selbstgebackenen Kuchen und regionalen Spezialitäten zum Verweilen ein. Im Video gibt Franz Gaßner außerdem Einblicke in die landwirtschaftliche Arbeit und erklärt, welche Arbeiten rund ums Jahr an der Tagesordnung sind. 

Wechselnde Herausforderungen  

Die Kulturlandschaften Oberbayerns sind das Ergebnis jahrhundertelanger Nutzung und Pflege. Ihr Erhalt war schon immer an Anstrengungen geknüpft, steht heute aber vor neuen Herausforderungen: 

Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Almwirtschaft. Trockenperioden, veränderte Vegetationsphasen oder neue Wetterextreme beeinflussen Erträge und Bewirtschaftung. Hinzu kommt, dass viele Flächen – etwa steile Almwiesen – nur mit großem Arbeitsaufwand gepflegt werden können. 

Auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft stellt viele Betriebe vor wirtschaftliche Herausforderungen. Gleichzeitig steigt in beliebten Regionen der Nutzungsdruck durch Freizeit und Tourismus, sodass sensible Räume zunehmend geschützt und gelenkt werden müssen. 

Warum Kulturlandschaften für Oberbayern so wichtig sind 

Kulturlandschaften bilden die Grundlage vieler regionaler Besonderheiten. Sie schaffen Lebensqualität für Einheimische, prägen das Reiseerlebnis für Gäste und sichern Wertschöpfung in Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie. Damit sind sie ein zentraler Baustein für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Lebens- und Wirtschaftsraums Oberbayern. 

Wertschätzung als Zukunftsaufgabe 

Ihre Bedeutung sichtbar zu machen und die Arbeit der Menschen dahinter wertzuschätzen, ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft unserer Kulturlandschaften. Denn sie entstehen und bewahren sich nicht von selbst. Sie sind geformt durch Menschen, die ihre Region gestalten. Und durch eine Gesellschaft, die den Wert dieser Arbeit erkennt. 

Wo Landwirtschaft, Tourismus, Politik und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen, können diese gewachsenen Landschaften das bleiben, was sie heute sind: ein prägendes Merkmal Oberbayerns – und ein Lebens- und Erlebnisraum für kommende Generationen.

Noch mehr Zahlen & Hintergründe finden Sie im „Faktenkompass Kulturlandschaften“ zum Download:

veröffentlicht am