Echt erstaunlich: Wie sich Oberbayern beim Wandern entdecken lässt

Presse

Zwischen Wildfluss, Waldapotheke, Künstlerweg und Planetenpfad eröffnen Spaziergänge, Themenwege und geführte Touren neue Perspektiven auf Natur, Kultur und Geschichte.

Oberbayern zählt mit seinen Bergen, Seen und vielfältigen Landschaften zu den beliebtesten Wanderregionen Deutschlands. Die Region hat jedoch mehr zu bieten als Touren zu Gipfelkreuzen und Almen, durch Flussauen, Wälder oder entlang aussichtsreicher Höhenrücken. Viele Wege eröffnen unterwegs spannende Einblicke in die Geschichte der Region, erklären Naturphänomene, führen durch außergewöhnliche Kulturlandschaften oder machen selbst komplexe Themen anschaulich. Von familienfreundlichen Spaziergängen bis zu geführten Ranger-Touren wird aus einem Ausflug ganz nebenbei eine Entdeckungsreise durch Natur, Kultur und Geschichte.

Wo Bäume mehr können als nur wachsen
Im Bergsteigerdorf Sachrang im Chiemsee-Alpenland wird der Wald zur Freiluftbibliothek. Die rund zwei Kilometer lange Waldapotheke führt ohne größere Steigungen durch die Ortsumgebung und eignet sich für Familien, Naturinteressierte und alle, die ohne großen Zeitaufwand einen neuen Blick auf heimische Baumarten gewinnen möchten. Entlang des Weges erfahren Besucher, woran sich Linde, Weide oder Fichte erkennen lassen und welche Rolle sie früher in der Volksheilkunde spielten. Im Herbst erleichtern Früchte, Samenstände und verfärbte Blätter das Bestimmen der verschiedenen Arten. So liefert die Tour erstaunlich viele Aha-Momente über die Pflanzen direkt vor unserer Haustür.

Wo Ranger zeigen, was die meisten übersehen
Noch bis Ende Oktober begleiten Rangerinnen und Gebietsbetreuer im Tölzer Land Gäste auf geführten Exkursionen entlang des Walchensees, durch die Isarauen oder in die Wildflusslandschaften rund um Vorderriß. Auf dem Programm stehen unter anderem Touren zu Orchideenstandorten, durch Moorgebiete oder entlang der Oberen Isar. Die meisten Strecken bewegen sich im leichten bis mittelschweren Bereich, festes Schuhwerk genügt in der Regel. Statt trockener Theorie stehen konkrete Beobachtungen im Mittelpunkt: frische Biberspuren, seltene Kiesbrüter oder die Frage, warum ein Wildfluss seine Gestalt ständig verändert. Gerade im Herbst, wenn Pflanzen zurückgehen und Sichtachsen freier werden, lassen sich viele dieser Zusammenhänge besonders gut erkennen.

Wo Wanderer auf den Spuren der ersten Pipeline der Welt unterwegs sind
Wer auf dem Soleleitungsweg rund um Bad Reichenhall unterwegs ist, folgt einer Trasse, die bereits vor mehr als 400 Jahren genutzt wurde. Informationstafeln entlang der Route erzählen von einer technischen Innovation, die ihrer Zeit weit voraus war: einer über 32 Kilometer langen Leitung, die Sole von Bad Reichenhall nach Traunstein transportierte. Erst unterwegs erschließt sich, warum dieser Aufwand überhaupt nötig war. Reichenhalls Salzvorkommen machten den Ort wohlhabend, doch für das Einkochen der Sole wurden enorme Mengen Brennholz benötigt. Als die Ressourcen knapp wurden, entwickelte man Anfang des 17. Jahrhunderts die von Simon und Hans Reiffenstuel geplante Leitung. Mehr als 8.000 handgebohrte Holzrohre, Wasserkraft und mehrere Hebewerke machten sie zu einer ingenieurtechnischen Meisterleistung. Heute gilt die Anlage als erste Pipeline der Welt. Einen anschaulichen Einblick in die Geschichte der Salzgewinnung bietet anschließend die Alte Saline in Bad Reichenhall.

Wo die Hallertau ihre spannendste Jahreszeit erlebt
Im September prägen Hopfengärten das Bild der Hallertau noch stärker als sonst. An bis zu sieben Meter hohen Gerüsten hängen die grünen Dolden, auf den Feldern läuft die Ernte. Mitten durch diese Kulturlandschaft führt der Hallertauer Hopfenlehrpfad rund um Wolnzach. Die etwa zweistündige Route verläuft ohne größere Steigungen und eignet sich für Familien, Genusswanderer und Radurlauber gleichermaßen. An 26 Stationen erfahren Besucher, wie aus einer Kletterpflanze ein weltweit gefragter Rohstoff wurde und warum die Hallertau heute als größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet der Welt gilt. Für alle, die noch mehr über die Welt des Hopfens erfahren möchten, lohnt sich ein Besuch im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach.

Wo Kunst den Blick auf die Landschaft verändert
Warum zog es Ende des 19. Jahrhunderts Künstler aus ganz Europa nach Dachau? Der rund 5,7 Kilometer lange Künstlerweg liefert die Antwort gleich mit. Auf 18 Stationen treffen Besucher auf Reproduktionen historischer Gemälde genau dort, wo die Maler einst ihre Motive fanden. Die Strecke führt durch die Altstadt und entlang der Amper und folgt den Spuren bedeutender Vertreter der Künstlerkolonie wie Adolf Hölzel, Ludwig Dill und Arthur Langhammer. Wiesen, Flussauen, Dorfansichten und Lichtstimmungen, die bereits vor mehr als hundert Jahren auf Leinwand festgehalten wurden, lassen sich direkt mit dem heutigen Landschaftsbild vergleichen. Die nahezu steigungsfreie Route eignet sich ideal für einen entspannten Halbtagesausflug und für alle, die Kultur lieber draußen als im Museum erleben.

Wo Rosenheim zur Leinwand wird
Ein Astronaut, der scheinbar schwerelos über einer Hausfassade schwebt. Farbintensive Porträts und fantasievolle Figuren, die sich über mehrere Stockwerke ziehen. Wer dem transit art walk durch Rosenheim folgt, entdeckt die oberbayerische Stadt am Inn aus einer ungewohnten Perspektive. Seit 2015 entstehen im Rahmen des internationalen transit art Festivals großformatige Wandbilder von Street-Art-Künstlerinnen und -Künstlern aus aller Welt. Inzwischen verbindet die rund fünf Kilometer lange Route mehr als 35 Werke, die sich über die gesamte Innenstadt verteilen. Mal geht es durch Altstadtgassen, mal in Innenhöfe, mal an Fassaden vorbei, an denen man sonst vermutlich achtlos vorbeigelaufen wäre. Zu den beteiligten Künstlern zählen internationale Größen der Urban-Art-Szene ebenso wie nationale und regionale Kreative. Die Motive reichen von fotorealistischen Porträts über farbenstarke Fantasiewelten bis hin zu Werken, die gesellschaftliche Themen aufgreifen.

Wo das Smartphone zum Stadtschlüssel wird
Auf eigene Faust losziehen, Hinweise entschlüsseln und dabei eine Stadt Stück für Stück kennenlernen: Genau darauf setzen die GPS-City-Touren in Burghausen. Das Smartphone führt durch die Altstadt und hinauf zur weltlängsten Burganlage der Welt, die sich mehr als einen Kilometer über dem Ort entlangzieht. Familien, neugierige Entdecker und Rätselfans folgen bei der Tour „Von Schmugglern, Lausbuben und dem Fisch im Salzmantel“ den Spuren von Grenzschmugglern, Taugenichtsen und historischen Originalen. Interaktive Aufgaben, Hörspielelemente und überraschende Geschichten machen die Vergangenheit dabei erstaunlich lebendig. Musikfans wiederum lernen Burghausen bei „Der Jazz in Burghausen – Ein besonderes Lebensgefühl“ von seiner klangvollen Seite kennen. Hörbeispiele, Anekdoten und Geschichten rund um die international bekannte Jazzstadt begleiten den rund 90-minütigen Rundgang. Ganz anders die GPS-Krimitour „Die verschwundenen Waldrappe“: Hier wird die Burg zur Ermittlungszentrale, während sich ganz nebenbei Spannendes über den seltenen Waldrapp erfahren lässt, der heute wieder an den Burghauser Burgmauern brütet.

Wo ein Spaziergang bis zum Neptun führt
Die Sonne markiert den Startpunkt, Neptun das Ziel. Dazwischen liegen rund 6,5 Kilometer und ein maßstabsgetreu nachgebildetes Sonnensystem. Auf dem Planetenweg in Scheyern liegen Merkur, Venus, Erde, Mond und Mars zunächst noch vergleichsweise nah beieinander. Danach werden die Abstände deutlich größer. Zwischen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun wird Schritt für Schritt erfahrbar, in welchen Dimensionen sich unser Sonnensystem bewegt. Die familienfreundliche Rundtour dauert knapp zwei Stunden, ist auch mit Kinderwagen begehbar und startet am Prielhof nahe dem Kloster Scheyern. Nach einer Reise durchs Sonnensystem führen die letzten Schritte ganz bodenständig zur Klosterwirtschaft und Klosterbrauerei Scheyern.

Wo Moore Antworten auf aktuelle Fragen geben
Wie entsteht eigentlich ein Moor? Warum speichert es Kohlenstoff? Und welche Arten finden gerade dort ihren Lebensraum? Antworten liefert der Moor-Erlebnis-Pfad in Inzell. Die leicht begehbare Route führt durch einen Lebensraum, der zu den spannendsten Ökosystemen Mitteleuropas zählt. Entlang von Wegen und Stegen lernen Besucher mehr über die Entstehung von Mooren, ihre Bedeutung für den Wasserhaushalt und ihre Rolle für den Klimaschutz. Im Herbst zeigt sich die Landschaft besonders abwechslungsreich: Moose, Gräser und Heidepflanzen setzen unterschiedliche Farbakzente, während die freier werdende Vegetation den Blick auf die Struktur des Moors lenkt. Gleichzeitig wird sichtbar, wie speziell die Tier- und Pflanzenwelt auf diesen Lebensraum angepasst ist. Wer hier unterwegs ist, erkennt schnell, weshalb Moore heute als wahre Multitalente für Artenvielfalt, Klimaschutz und Wasserhaushalt gelten.

Wo eine Weltreise im Wald beginnt
Für eine Reise durch verschiedene Kontinente braucht es nicht zwingend ein Flugticket. Im Weltwald bei Freising wachsen auf rund 100 Hektar mehr als 300 Baumarten aus Europa, Nordamerika und Asien. Mammutbäume, Japanische Schirmtannen und zahlreiche weitere Gehölze machen den Spaziergang zu einer botanischen Weltreise. Verschiedene Themenwege führen durch die Waldregionen der Erde und zeigen, wie unterschiedlich Pflanzen auf Klima und Standortbedingungen reagieren. Familien können die Strecken individuell anpassen, Naturfreunde auch mehrere Stunden zwischen den verschiedenen Kontinenten verbringen. Manche Besucher begegnen hier zum ersten Mal einem Mammutbaum, andere entdecken, wie erstaunlich unterschiedlich Wälder rund um den Globus aussehen können.

Pressekontakt

Comeo
Jutta Tempel
tempel@comeo.de
Tel. +49 89 74 888 2 36
Tourismus Oberbayern München e.V.
Stefanie Reichardt-Scavuzzo stefanie.reichardt@oberbayern.de
Tel. + 49 89 63 89 58 79 18

veröffentlicht am

Einzeldownloads

Gesteinslehrpfad
Gesteinslehrpfad
© Landkreis NEUSOB, Dietmar Denger
Download
Waldapotheke, Sachrang
Waldapotheke, Sachrang
© H. Reiter
Download
Geführte Exkursionen
Geführte Exkursionen
© Leonie Lorenz
Download
Soleleitungsweg
Soleleitungsweg
© Bad Reichenhall
Download
Hopfenradler
Hopfenradler
© Hopfenland Hallertau
Download
Künsttlerweg, Etzenhausen, Steinkirchen
Künsttlerweg, Etzenhausen, Steinkirchen
© Dachau
Download
transit art 2020, Mr. Woodland
transit art 2020, Mr. Woodland
© Chiemsee-Alpenland Tourismus
Download
Interaktiver GPS Spaziergang
Interaktiver GPS Spaziergang
© Burghauser Touristik
Download
Moorlehrpfad, Freimoos
Moorlehrpfad, Freimoos
© Chiemsee-Alpenland Tourismus
Download
Weltwald, Tulpenbaumallee
Weltwald, Tulpenbaumallee
© Herbert Rudolf
Download

Echt kommunikativ
Ihre Presseansprechpartnerin vom Tourismus Oberbayern München e.V.
Ihr Pressekontakt
Stefanie Reichardt-Scavuzzo