Unser Tourismusheld

Georg Helmberger

Trotz der immer selben Strecke von Tittmoning nach Burghausen ist jede
Fahrt einzigartig! Selbst die Einfahrt nach Burghausen ist für mich nach über
5000 (!) Fahrten noch immer sehr besonders!


Erzählen Sie doch mal… Georg Helmberger!

Was macht das Leben in Oberbayern für Sie besonders?

Das Leben in Oberbayern hat viele Vorteile! Wir haben in Burghausen selbst viele besondere Sehenswürdigkeiten: Die weltlängste Burg, die älteste Hammerschiede Europas, die Klosteranlage Raitenhaslach, etc. Zudem ist unserer Lage sehr zentral und Tagesausflüge zu schönen Zielen in weniger als einer Stunde erreichbar, z.B. in den Bayrischer Wald, nach Passau, München, Salzburg oder Berchtesgaden. Darüber hinaus gibt es bei uns viele Rad- und Wandermöglichkeiten, Bademöglichkeiten in Freibädern und Seen, abwechslungsreiche Landschaften. Wir haben in Burghausen eine einzigartige Brutkolonie des Waldrapp, ein in Deutschland ausgerotteter Ibisvogel, ein starkes Vorkommen der seltener Äskulap, das Wahrzeichen der Ärzte.

Was motiviert sie seit so vielen Jahren für Ihren Beruf?

Mein Beruf ( Berufung!) hat eigentlich nur Vorteile! Mir gefällt die Arbeit in und mit der Natur. Die Fahrgäste, die ich mit meiner Plätte befördere, sind immer gut gelaunt, da sie ja einen Ausflug machen. Die Fahrtstrecke auf der Salzach ist im Jahresverlauf sehr abwechslungsreich. Trotzdem man ja immer dieselbe Strecke fährt, ändert sich die Natur während des Jahres ständig: Von den ersten Blüten im Frühjahr, den frisch geschlüpften Wasservögeln, bis zum Einfärben der Bäume zu Saisonende. Auch die Salzach ist immer Änderungen unterworfen, trotz seines begrenzten Flussbettes: Nach jedem Hochwasser sind die Kiesbänke anders, somit auch das Fahrwasser der Plätte. Im Lauf des Jahres ändert sich der normale Wasserstand auch ständig: vom „guten“ Stand im Frühjahr (Schneeschmelze), über das Hochwasser im Sommer und teils auch öfters im Jahr, bis hin zum Niedrigstand im Herbst. Trotz der immer selben Strecke von Tittmoning nach Burghausen ist jede Fahrt einzigartig! Selbst die Einfahrt nach Burghausen ist für mich nach über 5000 (!) Fahrten noch immer sehr besonders!

Wenn man die Natur und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf der Plätte mit den verschiedenen Lichtverhältnissen sieht, wird man mich verstehen! Teils mit Nebel oder mit Gewitterwolken im Hintergrund, mal in der Morgensonne, dann mit Abendhimmel –  es ist immer faszinierend und sehenswert! Ich habe auch tolle Kolleginnen und Kollegen, mit denen man sehr gut arbeiten kann. Das beginnt schon mit unserer Touristik, die alles gut plant und koordiniert, geht weiter mit unserem Bauhof, der mich bei gröberen Arbeiten unterstützt, und endet mit meinen „Leichtmatrosen“, ohne die ich nicht fahren kann! Letztere sind rüstige Rentner, die dafür sorgen, dass ich unsere Fahrgäste sicher und gut gelaunt befördern kann. Die sind es letztendlich, die dafür sorgen, dass sich die Fahrgäste wohlfühlen und gut unterhalten werden, sei es durch interessante Berichte über unsere Sehenswürdigkeiten oder durch witzige Einlagen.

Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihre ehrenamtliche Arbeit ausgewirkt und wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Die Corona-Krise hat uns schwer getroffen. Die Saison startete 2020 stark verspätet und es gab durch die Corona-Auflagen natürlich viel weniger Fahrten mit weniger Personen auf der Plätte und vielen Einschränkungen, wie z.B. Maskenpflicht auch während der Fahrt. Fast allen Gästen war eine gewisse Corona-Anspannung anzumerken. Bei der Plättenfahrt ist für mich aber der Kontakt zu den Gästen wichtig. Vor Corona begrüßte man sich per Handschlag, zumindest mit dem Reiseleiter. Man sah sich ins Gesicht und wusste, ob man den richtigen „Draht“ zueinander hat. Mit Maske und Abstand wurde alles viel schwieriger. Das Jahr 2021 war deutlich besser. Trotz allen Einschränkungen waren die Gäste besser „drauf“. Die große Angst war nicht mehr spürbar und trotz Abstand war das Verhältnis vertrauter. Zwar blieben die Fahrten auch 2021 weit unter dem Durchschnitt, doch war den wenigen Fahrten eine entspannte und fast familiäre Atmosphäre zuzuschreiben.

Wie nehmen Sie den Tourismus vor Ort wahr und was wünschen Sie sich zukünftig von dem Tourismus in Oberbayern?

Wie ich den Tourismus wahrnehme? Ich habe durch meine Arbeit als Plättenfahrer Kontakte zu Menschen aus der ganzen Welt. Nicht nur auf der Plätte, an der Plätten Anlegestelle in Tittmoning geht auch der Tauernradweg vorbei. Viele Radfahrer machen bei uns Rast, man unterhält sich, gibt Tipps, beantwortet Fragen, soweit es die Sprache oder Gesten zulassen. Es kommen Tagesausflügler, Urlauber und Fischer vorbei und genießen diesen Ort. Viele Hobbykapitäne starten mit dem Schlauchboot oder Kajak bei uns los.

Mit 99,9% dieser Menschen kann man sehr gut auskommen. Doch leider kommen immer öfter Menschen, die eigentlich keinen Bezug zu unserer Natur haben, Müll hinterlassen, oder einfach nur unfreundlich sind (liegt nie an der Sprache!). Viele beschweren sich über einen „unbefahrbaren“ Radweg, der wegen Hochwasser gesperrt war oder durch den Regen matschig ist.

Was ich mir wünsche? Weiterhin viele entspannte und gut gelaunte Gäste (egal ob auf der Plätte oder unterwegs) und auch zukünftig eine gute Zusammenarbeit mit unseren Tourismusverbänden.



Mehr zu unserem Helden und seinem Engagement

Kontakt

Georg Helmberger
Telefon: +49 (0) 172 / 9327831

veröffentlicht am 9. November 2021